Gründung des Gemeinschaftskrankenhauses in Herdecke
Schon während des Studiums stritt ich mit den Professoren um eine bessere Art der Ausbildung. Das Studium schien mir zu abstrakt und zu praxisfern. Ich war in vielen gesellschaftlichen Gruppen unterwegs, verband mich dann aber konkret mit einer Ärztegruppe, aus der heraus später (1969) das Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke gegründet wurde.
Unser Ideal war es, die überkommene hierarchische Struktur in den Krankenhäusern zu erneuern und auch im Krankenhaus die so genannten alternativen Heilmethoden (Homöopathie, anthroposophische Medizin, Akupunktur und anderes) zu erproben. Bei den Kollegen brachte uns das nicht nur Freunde ein. Die Patienten aber nahmen das Krankenhaus gut an. Wir hatten auch mit anderen alten Zöpfen gebrochen, z.B. damit, dass die Kinder sofort nach der Geburt von den Müttern zu trennen seien. Wir hoben diesen Unsinn wieder auf, was zu einem starken Anstieg der Geburtenrate in unserem Hause führte.
Da man damals schon gerne Englisch gesprochen hat, setzte sich dieses System als so genanntes Rooming-In auch in anderen Häusern sehr rasch durch.
Ich war schon vor der Eröffnung in den Vorstand des Trägervereins gewählt worden, und als bei der Eröffnung des Krankenhauses viel Presse da war, schoben meine Kollegen mich vor das Mikrofon. Seitdem war ich der Pressesprecher des Vorstandes. Im Krankenhaus war ich zunächst zuständig für die klinische Labordiagnostik und bildete mich in den Folgejahren zum Arzt für Neurologie und Psychologie weiter.